Die Gründer 

Die gleichnamige Firma SIEB & MEYER AG wurde 1962 von dem Elektroingenieur Reinhard Sieb (ev., 1926 - 1999) und dem Physiker Johannes Meyer (kath., 1935 - 2007) in Hamburg gegründet und 1967 nach Lüneburg verlegt. Die Firma ist nun - in 2. Generation - zu einem weltweit operierenden Unternehmen der Industrie-Elektronik herangewachsen. Mit 200 Mitarbeitern werden Steuerungen für den Maschinenbau und Automatisierungstechnik entwickelt und gefertigt. Eine Atmosphäre, in der alle ihre Fähigkeiten einbringen und sich als Menschen wohlfühlen, ist der Firmenleitung besonders wichtig.

Die beiden Firmengründer engagierten sich privat sozial und gründeten jeweils eine Stiftung. Ihre Haltung war, dem Leben zu dienen und etwas zurückzugeben. Die Menschen, denen es in der Gesellschaft nicht gut geht, wollten sie unterstützen und Wohnraum, ein würdiges Umfeld und damit Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft ermöglichen. Auch ihre religiöse Überzeugung gab für jeden den Ansatz zur Unterstützung im diakonischen Sinn.

Durch die Zusammenlegung der 1989 gegründeten Reinhard-Sieb-Stiftung und der im Jahre 2000 gegründeten Johannes-Meyer-Stiftung entstand am 1. Januar 2003 die
SIEB & MEYER STIFTUNG.

  

Die Einzelstiftungen

Die Reinhard Sieb Stiftung

Als Reinhard Sieb Anfang der 1980er Jahre ein Projekt in der ev. St. Stephanus-Gemeinde Lüneburg unterstützen möchte, ergeben sich erste Begegnungen mit Pastor Eckhard Fedrowitz. 1988 sprechen die beiden dann über Reinhard Siebs weitergehende Gedanken und Ideen, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen. Zunächst denkt er an eine Art diakonischer Kommunität. Dafür werden Beispiele gesucht. Auch andere Vorschläge werden geprüft und bürokratische Hindernisse müssen bedacht werden.

Es läuft dann auf die Errichtung einer Stiftung hinaus. Am 5. Dezember 1989 wird die Reinhard-Sieb-Stiftung gegründet.

Als erstes hilft die Reinhard-Sieb-Stiftung durch ein Darlehen dem Herbergsverein. Damit bekommt dieser weitere öffentliche Mittel für die Sanierung des großen Gebäudes Am Benedikt 11 bewilligt. Es entstehen 36 kleine Wohnungen für ansonsten obdachlose Menschen.

Weitere Gespräche mit Eckhard Fedrowitz, der seit 1990 Seelsorger im Landeskrankenhaus ist, führen Reinhard Sieb zu Kontakten mit dem Psychosozialen Verein des Landeskrankenhauses und zur Planung eines kleinen Wohnhauses für psychisch kranke Menschen. Ihre Entlassung aus dem LKH ist besonders erschwert, da sie kein Zuhause und dadurch auf dem Wohnungs- sowie auf dem Arbeitsmarkt schlechte Chancen haben.

Nach längeren Verhandlungen mit der Stadt Lüneburg erwirbt die Stiftung 1997 eines der vier Häuser in der Ernst-Braune-Siedlung. Es ist das Haus „Hinter der Sülzmauer 57“. Vermietet wird es an den Herbergsverein, der die sieben Wohnungen an sein Klientel weitergibt, in diesem Fall auch an kleine Familien. Schließlich vermacht Reinhard Sieb der Stiftung das Haus Bachstraße Nr. 2, mit acht Wohnungen für Ein-und Mehrpersonenhaushalte.  Lisa Sieb vermacht nach dem Tode ihres Mannes das Doppelhaus Johanna-Kirchner-Str. 16 / 16a im Herbst 2001 der Stiftung.

Die Psychosoziale Kontaktstelle "Stövchen" in Lüneburg entwickelt sich von einer Teestube für psychisch Kranke zu einer anerkannten Psychosozialen Kontaktstelle. Die Trägerschaft hat der Diakonieverband Nordostniedersachsen. Für den Aufbau richtet der Vorstand 1992 einen Spendenfonds ein, um die Einrichtung 10 Jahre zu fördern. 

Johannes Meyer Stiftung

Im „Arbeitskreis Wohnungsnot“ der kath. St. Marien-Gemeinde in Lüneburg, dem Johannes Meyer angehört, ist vor allem das Problem von nicht ausreichendem bzw. nicht bezahlbarem Wohnraum für sozial benachteiligte Menschen ein Thema.

In einer extrem kalten Wintersaison werden erstmals 1992 und dann 1993/1994 Wohncontainer auf dem Kirchengelände aufgestellt. Johannes Meyer möchte sich engagieren, denn ihn beschäftigt immer wieder die Frage: wie kann Wohnraum geschaffen werden, der den Menschen eine längerfristige Perspektive zum Bleiben bietet?

Unterschiedliche Objekte werden daraufhin angesehen, ob sie zum Erwerb tauglich wären. Als geeignet wird schließlich das ehemalige Obdach Dasselkamp befunden. Dieses gehört der Stadt und für das Gelände gilt das Erbbaurecht.

Johannes Meyer stellt nach vielen Gesprächen mit der Stadt fest, dass die Idee zur Errichtung von sozialem Wohnungsbau durch eine Privatperson schwer zu realisieren ist. So fällt nach reiflicher Überlegung seine Entscheidung zur Gründung einer Stiftung. Die Johannes-Meyer-Stiftung wird im November 2000 gegründet. 

 

Reinhard Sieb

Reinhard Sieb (1926 - 1999)

Johannes Meyer

Johannes Meyer (1935 - 2007)

 

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